Analfissur
Allgemein gesprochen versteht man unter einer Fissur einen schmerzhaften Einriss, frei nach dem lateinischen Wort „Fissura", das soviel wie „Ritze" bedeutet. Diese „Ritze" kann die Haut oder auch den Knochen betreffen. Dementsprechend ist eine Analfissur eine schmerzhafte Darmerkrankungen im Bereich des Enddarms. Aufgrund von Entzündungen und darauf folgenden Einrissen in der Innenauskleidung des Afters entwickeln sich geschwürartigen Defekte im Afterinnern. Diese verursachen massive Schmerzen, vor allem während und oft auch nach der Stuhlentleerung, besonders bei fester Stuhlbeschaffenheit. Von Blutstreifen am Toilettenpapier bis hin zu tropfenden Blutungen aus dem After kann alles auftreten. Aufgrund des Schmerzes reagiert ein Teil des Schließmuskelorgans mit einer erheblichen Verengung des Afters, wodurch sich wiederum das Abheilen der Fissur verzögert.
Da es immer wieder zu Entzündungen kommt, entwickelt sich nach einiger Zeit eine narbige Struktur im After, die von allein nicht mehr abheilen und sogar zu Komplikationen führen. Ist die Analfissur noch im Anfangsstadium, werden zur Schmerzlinderung und Heilung Salben und Zäpfchen eingesetzt. Eine beginnende oder bereits eingetretene Verengung des Afters kann sich durch eine Afterdehnung mittels Analdehner und Salbe zurückentwickeln. Dies kann der Patient selbst zuhause durchführen. Im Einzelfall können auch noch weitere Maßnahmen eingeleitet werden, die der Arzt zusammen mit dem Patienten bespricht. In den meisten Fällen führt allerdings bereits die Behandlung mit Analzäpfchen, Salben und Analdehnung zur Abheilung und Beschwerdefreiheit. Während der Therapie muss der Betroffene darauf achten, das sein Stuhl weich aber geformt beschaffen ist. Dies erreicht er durch eine faserreiche Kost bei genügender Flüssigkeitszufuhr. Der Einsatz von Abführmitteln jeder Art ist falsch und sorgt eher für eine Verschlechterung des Krankheitsverlaufs.
Sind die beschriebenen narbigen Veränderungen im After weiter fortgeschritten, so dass sich durch die beschriebene Therapie keine Abheilung der Fissur mehr erreichen ließe, ist die Entfernung der narbigen Strukturen sowie sonstiger Veränderungen, die durch die chronische Entzündung zwischenzeitlich entstanden sind, angeraten. Ist die Erkrankung in diesem Stadium finden sich häufig bereits kleine Gangsysteme, die sich unter der Haut des Afterkanals oder zur Schließmuskulatur hin ausgebildet und die Abheilung der Analfissur verhindern. Diese Veränderungen des Gewebes werden während der Operation ebenfalls beseitigt.




